Internationaler Ärzteappell 2012 zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie
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Schlafstörungen durch Mobilfunkstrahlung

Schlaflosigkeit, ein Haupt- und Leitsymptom bei allen Exponierten…, so der Münchner Mediziner Dr. med. Hans-Christoph Scheiner in seinem Buch Mobilfunk – die verkaufte Gesundheit

Bereits im Jahr 1932 berichtete Prof. Dr. E. Schliephake in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift über die sogenannte `Funkfrequenzkrankheit´: „Personen, die sich längere Zeit in der Nähe elektrisch schlecht abgeschirmter Sender aufhalten, zeigen Symptome einer typischen vegetativen Störung (Kopfschmerz, Übelkeit, Schlafstörung, Depressionen und anderes).

Die Sichtung der russischsprachigen Fachliteratur der ehemaligen UdSSR seit 1948 zu Langzeit­untersuchungen (mehr als 10 Jahre) von Menschen unter Einfluss von EMF ergab die typischen Erscheinungen des Mikrowellen-Syndroms. Auch Tagesmüdigkeit und Schlaflosigkeit zählte zu den häufigen Symptomen.

In seinem 1999 erschienenen Buch „Handy-Fieber“ berichtet Wolfgang Hingst, Historiker, Schriftsteller und Journalist, der zwischen 1967 und 1998 an leitender Stelle als Redakteur im ORF (Österreichischer Rundfunk) arbeitete, ebenfalls über Schlafstörungen durch Mobilfunkstrahlung. Auch über eine Unter­suchung an der Uni Mainz des Jahres 1996, die belegte, dass sich die Mobilfunkstrahlung negativ auf die REM-Phasen auswirkt. U.a. schreibt er über einen speziellen Fall von Schlafstörungen nach der Instal­lation einer Mobilfunk-Basisstation. 30 Meter von seinem Schlafzimmerfenster entfernt bekam der Uni­versitätsprofessor und Dekan der juristischen Fakultät der Universität Innsbruck einen Mobilfunksender installiert. Der Universitätsprofessor und seine Familienangehörigen reagierten mit massiven Schlafstörungen.

Im Jahr 2000 wurde der Arzt und Epidemiologe Prof. Dr. med. Rainer Frentzel-Beyme mit einer Studie in Flachsmeer in beauftragt. Die Ostfriesen in Flachsmeer gingen im Jahr 2000 auf die „Barrikaden“, nachdem die Anwohner eines dort errichteten Mobilfunksendeturms merkwürdige Dinge beobachten konnten. Schlafstörungen fielen besonders auf. Eine Machbarkeitsstudie wurde entworfen. Nur die Fa. Mannesmann (heute Vodafone GmbH) machte nicht mit: Sie weigerte sich, den Funkmasten für 12 Nächte abzustellen.

Der französische Wissenschaftler Dr. Roger Santini untersuchte in Frankreich die gesundheitlichen Auswirkungen der Dauer-Mobilfunkstrahlung auf Anwohner um Mobilfunksendemasten. Die Haupt­symptome waren Müdigkeit und Schlafstörungen. Seine Arbeit wurde 2003 veröffentlicht. Aus seinen Untersuchungen resultierte ein Buch, das er gemeinsam mit drei weiteren Wissenschaftskollegen veröffentlichte: Ihr GSM, Ihre Gesundheit, man lügt Sie an!

In der Ärzte-Zeitung vom 10. September 2003 wurde eine in Köln durchgeführte Befragung von 11.400 Kindern veröffentlicht. 6.500 Kinder der ersten Klassenstufen, das sind i.d.R. 6 und 7jährige sowie 4.900 Kinder der vierten Klassenstufe, das sind i.d.R. 9-10jährige. Ein Viertel der Kinder berichtete über Schlafstörungen.

Im Deutschen Ärzteblatt 2008  wurde das Ergebnis einer von Handyherstellern in Auftrag gegebenen Studie >> veröffentlicht. Der Auftraggeber Mobile Manufacturers Forum (Organisation namhafter Handyhersteller) ließ am Karolinska-Institut und der Uppsala-Universität in Schweden gemeinsam mit der Wayne State University in Michigan, USA, forschen. Ergebnis: Die Verwendung von Mobiltelefonen vor dem Schlafengehen kann die Qualität des Schlafes beeinträchtigen und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Depressionen auslösen! Die der Strahlung ausgesetzten Studienteilnehmer brauchten länger, um in die erste Tiefschlafphase zu gelangen und blieben kürzer in der tiefsten Phase. Die Forscher vermuteten, dass die Strahlung das Stresssystem des Gehirns aktiviert.

Eine der aktuelleren Untersuchungen wurde in der Fachzeitschrift „Umwelt-Medizin-Gesellschaft“ 2/2010 veröffentlicht: Selbitz-Studie Spezifische Symptome und Mobilfunkstrahlung in Selbitz (Bayern)Evidenz für eine Dosiswirkungsbeziehung von Eger/Jahn >>. Die Hauptsymptome der Anwohner der Mobilfunk-Basisstation: Schlafstörungen, Depressionen, Infekte, Hautveränderungen, Herz-Kreislaufbeschwerden und einiges mehr.

 

 


 

Scheiner, Dr. med. Hans-Christoph u.  Ana (2006): Mobilfunk – die verkaufte Gesundheit; Michaels Verlag; S. 85.

Schliephake, PD Dr. E. (1932): Dt. med. Wochenschrift, 5. August 1932, S. 1235 ff.; zitiert in: Reiter, R. Meteorobiologie und Elektrizität der Atmosphäre, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G., 1960.

Hingst, Wolfgang (1999): Handy-Fieber; Promedia, S. 122 ff.

Frentzel-Beyme, Prof. Dr. med. Rainer (2007): Generation Handy…grenzenlos im Netz verführt; Hrsg. Heike-Solweig Bleuel, Röhrig Universitätsverlag, S. 38 ff.

Gautier, Dr. R.; Le Ruz, Dr. P.; Oberhausen, Prof. D., Santini, Dr. R. (2004): Votre GSM, Votre Sante, On vous ment!“; Collection Resurgence, Médicine & Environnement;

Frentzel-Beyme, Prof. Dr. med. Rainer (2007): Generation Handy…grenzenlos im Netz verführt; Hrsg. Heike-Solweig Bleuel, Röhrig Universitätsverlag, S. 37 f.